Wohnen in das A und O! Zur Geschichte der Neuen Heimat Tirol

Stadtgeschichte IBK

Während Bürgermeister Egon Denz nach dem Anschluss Österreichs im April 1938 als Gauhauptstadt von Tirol-Vorarlberg eine weitreichende und „gewährleistete Aufwärtsbewegung“  durch Aufbauprogramme erwartete, sollte die Stadt zum Groß-Innsbruck ausgebaut und als „Perle unter den Städten deutscher Alpen“ zum Tourismuszentrum der Ostmark werden. Zugleich mussten Maßnahmen gegen den massiven Wohnungsbedarf ergriffen werden. Das Reichsarbeitsministerium kündigte behördliche Bauförderungen für Österreich an. 

Schon im Mai desselben Jahres legte der Architekt Wilhelm Stigler Planungen für eine der ersten Siedlungen in Pradl vor.  An der Dr. Glatz Straße, Cranachstraße und Pacherstraße erstellte die Stadt 36 Zweizimmer-Wohnungen in drei Gebäudeblocks, die einen Hof umfassen. Die Anlage folgt mit rauhem Fassadenputz, Erkern, Fensterläden, holzverkleideten Loggien und Zierelementen aus Naturstein dem „Heimatschutzstil“, der fortan die Siedlungsbauten prägte. Eine zentral gesetzte Inschriftentafel verweist auf das politische Umbruchjahr und zugleich auf die damit verbundene Hoffnung auf gesellschaftlichen Wandel: „Erbaut im Befreiungsjahr der Ostmark 1938“. 

Auch an der Premstraße wurde eine bereits begonnene, aber nicht fertig gestellte „wilde Siedlung“ abgerissen, und durch das Stadtbauamt der Bau von 132 Volkswohnungen in Angriff genommen.  Darüber hinaus wurden Beamtenwohnungen für den Zuzug von Familien durch den gestiegenen Verwaltungsapparat benötigt und gebaut. Doch dies waren Einzelmaßnahmen. Noch ein Jahr später, im März 1939, wird von einem Fehlbestand von 3.500 Volkswohnungen berichtet.  Ein Strukturplan für die Gesamtentwicklung der Stadt fehlte. Jetzt ist dazu auch das Buch erschienen.

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