Partizipative Planungs- und Baustrategien
Vortrag im Rahmen der Konferenz: Experience in Action. Architekturmuseum der TUM
Pinakothek der Moderne
„Gemeinsam zu planen und ein Gebäude nicht nur zu entwerfen, sondern auch noch zu bauen – das hat mir einen ganz anderen Blick auf meinen Beruf als Architekt verschafft“, resümiert ein Student der Hochschule München nach einem DesignBuild-Projekt in Quiané, Mexiko. Für viele Architekten ein Alptraum: Die Vorstellung, die autoritäre Gestaltungsmacht zu teilen und mit anderen gemeinsam zu planen. Dabei gilt es zu unterscheiden zwischen Planungsprozessen, die die Nutzer miteinbeziehen und anderen, die darüber hinaus von einer kollektiven Autorenschaft der Entwerfer ausgehen – wie in DesignBuild-Projekten üblich.
An vielen Hochschulen und Universitäten werden DesignBuild-Studios angeboten und die Kurse können kaum dem Andrang gerecht werden. Einen Grund für den Erfolg der DesignBuild-Bewegung sieht Dietmar Steiner darin, dass sich in den letzten Jahrzehnten die akademische Lehre immer weiter von der Baupraxis entfernt habe, u.a. weil die Komponenten des Bauens immer komplexer werden: „Der entscheidende Unterschied zwischen artifziellen Bauexperimenten an Universitäten und Projekten vor Ort in sozial prekären Situationen ist der Kontakt zur Wirklichkeit, oder: die direkte Konfrontation der Architektur mit dem Leben. Diese Auseinandersetzung vermittelt den beteiligten Studentinnen, dass es einen echten Bedarf für ihre Kenntnisse und ihr Wissen gibt, dass sie mit ihren Ideen und mit ihren Händen Probleme lösen können und nicht, wie in akademischen Experimenten, diese lediglich erzeugen.“ Dennoch besteht weiterhin ein Widerspruch zwischen der Begeisterung der Teilnehmer und der mangelnden Akzeptanz der Architektenschaft.
Konferenzkoordination: Simone Bader. Weitere Beitragende xyz