Buchbeitrag
Sandra Hofmeister (Hg,),
Our Bauhaus Heritage, München 2019 (Deutsch/Englisch)
Nach der Maxime »Volksbedarf statt Luxusbedarf« forderte die Lehre des zweiten Bauhausdirektors Hannes Meyer eine gesellschaftsbezogene Gestaltung – zunächst weniger als Gegenbild zum etablierten Bauhausstil, sondern vielmehr im Sinne einer Erweiterung um „sozialen Inhalt“. Entwurf, Planung und die Werkstattarbeit am Bauhaus Dessau folgten unter Meyer dem Co–op-Prinzip: dem gemeinschaftlichen Gestaltungsprozess für das Kollektiv.
Mit der Schließung des Bauhauses in Dessau 1930 und Meyers anschließender Übersiedlung in die Sowjetunion mehrten sich die Vorwürfe, Meyer habe die Institution durch Politisierung gefährdet und seine marxistischen Baureformen werden als propagandistischer Parteikommunismus interpretiert. Das Co–op-Prinzip hingegen wurde vielfach rezipiert, überarbeitet und spiegelt sich aktuell facettenreich in den Bürgerbewegungen der Baugenossenschaften, Baukooperativen und Sharing Communities. Doch woraus entwickelte Meyer seinen theoretischen Ansatz und wie weitreichend war die Umsetzung in der Praxis am Bauhaus?
Mit Beiträgen von Aaron Betsky, Zvi Efrat, Keneth Frampton, Stefan Trüby und Philipp Ursprung